Achtsam selbstständig

Eine Anleitung zur Achtsamkeit in der Selbstständigkeit

Hey Creator!

Wer selbstständig ist oder sich selbstständig machen möchte, hört oft den Spruch „ah ja – also selbst und ständig“. Viele tappen tatsächlich auch in diese Falle, haben Angst etwas zu verpassen oder nicht genug zu sein. Aber ich möchte dir eine kleine Anleitung geben, wie du da wieder heraus oder gar nicht erst hineinkommst. Hier habe ich schon einmal über Achtsamkeit im Businessalltag geschrieben, mit wertvollen Tipps bzw. super Übungen! Heute gibt es noch eine große Ergänzung.


Routinen

Wie sehen deine alltäglichen Routinen aus? Startest du schon morgens im Bett mit dem Smartphone in der Hand? Dann wird es vielleicht Zeit den Tag mit mehr Achtsamkeit zu starten. Bewusst aufwachen (wie geht es meinem Körper und mir? Habe ich gut geschlafen? Freue ich mich auf den Tag?…), den Tag begrüßen, dankbar dafür sein noch einen weiteren Tag am Leben zu sein und die Möglichkeit zu haben quasi wieder neu anzufangen. Vielleicht magst du deinen Businessalltag auch damit beginnen am Fenster oder auf dem Balkon deinen Tee oder Kaffee zu trinken und einfach nur in den Himmel zu schauen und die Gedanken schweifen zu lassen oder den Trubel auf der Straße zu folgen. Es muss nicht immer gleich Meditation und Yoga am Morgen sein. Überlege auch, was für ein Entspannungs-Ritual du einführen könntest oder sogar schon unterbewusst machst. Was machst du, wenn du entspannen möchtest? Was kann dir helfen, zur Ruhe zu kommen und den Kopf frei zu bekommen?

Ebenso kannst du dir deine anderen Routinen, die du so im Alltag hast anschauen und überlegen, wie du mehr Achtsamkeit in diese bringen kannst. Denkanstöße gibt es auf jeden Fall auch nachfolgend. Ich gewöhne mir beispielsweise momentan an, am Ende des Gassi-Gehens mit meiner Wuffine noch kurz auf eine Bank am Wasser zu sitzen, Gedanken schweifen zu lassen und den Moment zu genießen, bevor wir dann wieder nach Hause gehen und ich mich an den Schreibtisch setze. Manchmal sind es nur so Kleinigkeiten, die schon zählen.


Kundenkommunikation & Grenzen setzen

Setzte von vornherein klare Grenzen, was die Kontaktaufnahme angeht und in welchen Tageszeiten und an welchen Wochentagen du kommunizieren kannst. Halte dir bestenfalls min. 2 Tage in der Woche komplett frei. Schaffe dir ein separates Geschäfts-Handy und Nummer an. Wenn du deinen Kund:innen klar mitteilst, wann und wo du erreichbar bist, sind freie Tage, me-time nach 16 Uhr oder Ähnliches und später folgende Antworten und Rückrufe gar kein Problem mehr und du machst dir nicht mehr so viel Druck. Für eine erfolgreiche und zufriedene Zusammenarbeit musst du nicht 24/7 erreichbar sein! Und nimm dir den Mut zusammen auch öfters „Nein“ zu sagen. Zu deinen Kunden, zu Aufträgen, aber auch zu Familie und Freunden 😉 Mit der Zeit wird es dir immer leichter fallen „Nein“ zu sagen und grenzen zu setzen, um dich zu schützen.

Mit dem Kunden frühzeitig reden, wenn es Probleme gibt und man beispielsweise die Deadline nicht einhalten kann. Sonst erzeugst du dir jede Menge Angst und Druck, weil du nicht so hinterherkommst, wie du solltest und musst obendrauf vielleicht trotz Nachtschichten die Deadline verschieben oder das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Es bringt dir also völlige Überforderung und dem Kunden womöglich schlechte Ergebnisse. 

 

Selbstfürsorge

Me-Time, Selfcare und Quality-Time vergessen wir ganz gerne mal – so geht es mir auch! Mach diese Zeit wie all deine Aufgaben zu To-Dos höchster Prioritätsstufe. Blocke dir dafür bewusst Zeit im Kalender und behandle sie im Business-Alltag wie Termine, die nicht verschoben werden können. Du wirst es dir später danken!


Planung

Planung ist tatsächlich das A und O in der Selbstständigkeit. Versteh mich nicht falsch, ich bin ein großer Fan von Flexibilität und Intuition – vor allem, wenn man sich mit dem Thema Achtsamkeit auseinandersetzt. Pläne dürfen sich also auch gerne ändern. Trotzdem sollte eine gewisse Struktur gegeben sein und zumindest vorab ein Plan stehen. 

Wie sieht eine achtsame Planung aus?

Für mich sieht eine achtsame Planung so aus, dass ich immer weiß, was der nächste Schritt ist ohne ein Gefühl von Überforderung zu haben und dass ich immer mal wieder in mich reinfühle, ob der aktuelle Weg, den ich gehe, sich noch richtig anfühlt, oder ob er sich verändern darf und ich die Planung anpasse. So sieht meine Business-Planung aus:

Step 01 – In die Ziele, die ich erreichen möchte, richtig reinfühlen, ob ich diese wirklich möchte oder ob sie eher von außen kommen (Erwartungshaltung anderer, Gesellschaftsdruck,…)

Step 02 – Das Ziel von hinten aufrollen und entsprechend Zwischenziele setzen. Also das Ziel immer weiter runterbrechen (jährlich, quartalsweise, monatlich, wöchentlich und dann täglich) und Aufgaben nach Priorität abarbeiten.

Step 03 – Reflektieren. Gibt es Ziele/Aufgaben, die ich mir setzte, aber immer wieder nicht erreiche oder verschiebe? Woran liegt das? Was lief gut? Wo kann ich noch was verbessern? Und dann, je nachdem, flexibel sein, auf das Bauchgefühl hören und Aufgaben ändern oder streichen. 

Wie ich im Einzelnen genau plane, kannst du hier nachlesen und dir auch entsprechende Planungsvorlagen herunterladen.

Ganz wichtig beim Abarbeiten deiner täglichen To-Dos ist das Priorisieren. Viel zu oft beschäftigen wir uns mit Aufgaben und investieren unsere wertvolle Zeit in diese, obwohl sie weder wichtig noch dringend sind. Oder nur eins von beiden, obwohl gerade die Hütte brennt. Hierbei kann dir beispielsweise die Eisenhower-Matrix helfen, deine Aufgaben richtig einzugliedern und dann nach deren wahren Priorität abzuarbeiten. Das wird dir Zeit und Nerven sparen. Du kannst dir hier einen Prio-Tages-Planer runterladen, in dem die Matrix ebenfalls eingebaut ist.

Manchmal haben wir so Aufgaben, da haben wir entweder etwas Bauchschmerzen („Hilfe, beim Amt anrufen und was klären“ wäre es bei mir) oder die Aufgabe ödet uns einfach nur so richtig an oder stimmt uns aus anderen Gründen eher missmutig und beschäftigt uns. Dann ist hier die Methode „eat the frog“ interessant. „Eat the frog“ soll heißen, die schlimmste Aufgabe des Tages wird einfach morgens sofort als Allererstes erledigt, damit wir uns über diese nicht mehr den Kopf zerbrechen, uns vor ihr drücken oder den ganzen Tag mit Bauchschmerzen rumschlagen müssen und fokussierter und gelassener bei der restlichen Arbeit sind. Ganz easy ausgedrückt.


Bewusst essen

Eine Sache, die ich selbst noch lernen muss und mich ziemlich Überwindung kostet. Kannst du dich erinnern, wann du ganz bewusst eine Mahlzeit zu dir genommen hast? Ohne Handy, Podcast, Unterhaltung? Ich, ehrlich gesagt, nicht. Bei mir läuft immer eine Serie oder Film nebenher oder ich esse in Gesellschaft und man unterhält sich. Bewusst essen bedeutet, einfach nur dazusitzen und das Essen mal richtig intensiv schmecken, fühlen und riechen. Bissen für Bissen. Kein Schlingen, schnell, schnell und kein im-stehen-essen in der Küche. Unsere neue Aufgabe in der Mittagspause 🙂
 

SIGNALE ERKENNEN

Halte nach Signalen Ausschau, die zu mehr Achtsamkeit rufen und handle mit entsprechender Achtsamkeit. Beispiele in unserem Alltag könnten sein:

Du gähnst – anstatt dir also nun den dritten Kaffee zu holen, ruhe dich kurz aus, lass frische Luft rein, dreh die Musik auf und tanze oder mache ein Power-Nap – denn du scheinst eine Pause zu brauchen!

Du bist genervt oder verärgert – Nimm deine Gefühle während dem Arbeiten bewusst wahr, anstatt in den Autopiloten zu schalten. Halte immer mal wieder inne, nimm deine Stimmung und deine Gefühle wahr, um dann wieder klüger, strategischer und klarer handeln zu können und klare Entscheidungen treffen zu können. Beruhige deinen Atem, höre auf ihn, denke noch einmal über eine Situation/Problemstellung nach, die deine schlechten Gefühle verursachen und reflektiere.

Du bist morgens nicht mehr richtig motiviert und magst am liebsten im Bett bleiben – Jetzt heißt es eine Auszeit nehmen, um wieder deine Energie-Tanks aufzufüllen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, plane dir feste freie Tage in der Woche ein, mache richtig Urlaub ohne dein Business. Gönne dir genügend Selfcare und me-time mit z.B. regelmäßigen Massage-Terminen (mache ich 1x Monat), Therme-Besuche, probiere mal ein Gong Bath aus, Qi Gong oder Yoga, töpfere, male Mandala, bastel, geh Boxen, mache eine Tageswanderung oder schaue einfach nur mal den ganzen Tag Netflix und kuschel dich auf die Couch. Ganz egal – Hauptsache du entspannt dich und schöpfst neue Kraft.

Keep calm & create.

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